
Ein Beispiel ist die Gemeinde Escholzmatt-Marbach. Gemeinderätin Jeannette Riedweg erklärt im Beitrag, dass die gemeindeeigene Solaranlage bereits mehrere eigene Gebäude direkt mit Solarstrom versorgt. Da die Sportbahnen vor Ort einen hohen Strombedarf haben, wurde eine LEG gegründet. Dadurch können die Sportbahnen lokal produzierten Strom günstiger beziehen, während die Gemeinde höhere Einnahmen erzielt und ihre Solaranlage schneller amortisieren kann.

Auch Privatpersonen interessieren sich zunehmend für das neue Modell. So möchte Hausbesitzer Dominik Wyler aus dem Baselbiet mit seiner eigenen PV-Anlage eine LEG gründen. Seine Motivation: Die Möglichkeiten des neuen Energiegesetzes nutzen und lokal produzierten Strom möglichst auch lokal verbrauchen.
Dabei zeigt der Beitrag auf: Die Gründung einer LEG ist heute noch komplex. Wer sich damit beschäftigt, muss sich technisches und regulatorisches Wissen aneignen. Genau hier setzt lokalerstrom.ch an: Mit neutralen, verständlichen und praxisnahen Informationen rund um LEG und (virtuelle) Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch (vZEV und ZEV).
Christof Bucher, Professor für Photovoltaiksysteme an der Berner Fachhochschule, erklärt im Beitrag, weshalb lokale Nutzung von Solarstrom künftig wichtiger wird: LEG können helfen, das lokale und überregionale Stromnetz zu entlasten, weil dadurch mehr Strom direkt vor Ort verbraucht wird. Laut Bucher kann damit nicht nur der nötige Netzausbau reduziert werden, auch Solarstrom-Produzenten profitieren: Über eine LEG können sie für ihren Strom häufig bessere Preise erzielen.
Zudem sieht Bucher auch Potenzial für günstigeren Strom für Verbraucherinnen und Verbraucher, da insgesamt weniger Ausgaben für Infrastruktur benötigt werden.
Der Beitrag zeigt aber auch Herausforderungen auf. Stromkonsument Andreas Winzeler kritisiert, dass gewisse Gebühren bei einzelnen Elektrizitätswerken derzeit noch zu hoch seien. Dabei gebe auch Energieversorger, die bereits sehr LEG-freundliche Lösungen anbieten.
Martin Schwab, Präsident des Verbands Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) und CEO der CKW, betont im Beitrag, dass der zusätzliche Aufwand für LEG den Verteilnetzbetreibern entschädigt werden müsse. Derzeit liefen aber auch politische Bestrebungen, LEG stärker zu fördern. Entsprechende Anpassungen der Stromverordnung seien derzeit in Arbeit. Auch bei den Energieversorgern selbst sei zunächst Unsicherheit vorhanden gewesen. Laut Schwab würden die Prozesse jedoch laufend verbessert und LEG zunehmend unterstützt.
Der «Kassensturz»-Beitrag macht deutlich: LEG werden ein wichtiger Bestandteil des zukünftigen Energiesystems . Sie stärken die lokale Nutzung von Solarstrom, schaffen neue Möglichkeiten für Produzenten und Verbraucher und helfen, die Stromnetze zu entlasten. Die Schweiz steht noch am Anfang dieser Entwicklung. Viele Prozesse und Rahmenbedingungen entwickeln sich derzeit erst. Klar ist aber schon heute: Das Interesse an lokalem Solarstrom aus der Nachbarschaft wächst stark.
