
Insgesamt konnten über die Umfrage und den LEGhub 1’323 LEG erfasst werden. Die Netzgebiete der berücksichtigten Verteilnetzbetreiber (VNB) decken zusammen rund 71 Prozent der Bevölkerung ab, die im verwendeten Datensatz abgebildet ist. Wird die beobachtete Anzahl LEG anhand dieser Bevölkerungsabdeckung auf die gesamte Schweiz hochgerechnet, ergibt sich eine Anzahl von etwa 1’860 LEG.
Die Verbreitung der LEG ist allerdings alles andere als gleichmässig. Während in einigen Regionen schon viele LEG aktiv sind, gibt es in anderen noch gar keine umgesetzten Projekte. Gründe dafür können neben der Nachfrage auch unterschiedliche Prozesse, IT-Systeme oder Angebote der jeweiligen VNB sein.
Auch bei der Grösse der einzelnen LEG gibt es beträchtliche Unterschiede. Über die erhobenen Daten hinweg liegt die durchschnittliche Zahl der Teilnehmenden bei rund 7,2 Teilnehmenden beziehungsweise Anschlüssen pro LEG. Zwischen den einzelnen Regionen zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede: Die durchschnittliche Anzahl Teilnehmende pro LEG reicht von 3 bis 29. Damit zeichnet sich ab, dass LEG keineswegs nur einem einzigen Modell folgen. Neben kleinen Gemeinschaften aus wenigen Nachbarschaften entstehen auch deutlich grössere Zusammenschlüsse.
Die Daten geben zudem Einblick in die Zusammensetzung der Gemeinschaften. Rund 78 Prozent der Teilnehmenden beziehen ausschliesslich Strom, 9 Prozent produzieren ausschliesslich Strom und 13 Prozent sind Prosumer, die sowohl Strom produzieren als auch verbrauchen. Entsprechend produzieren rund 22 Prozent der Teilnehmenden selbst erneuerbaren Strom (dabei ist zu berücksichtigen, dass ein LEG-Teilnehmer je auch mehrere Produktionsanlagen oder Verbrauchsstellen umfassen kann.) Genau dieses Zusammenspiel ist zentral für eine LEG: Lokal produzierter Strom kann innerhalb der Gemeinschaft verkauft und möglichst direkt vor Ort genutzt werden.
Wie schnell sich LEG weiterverbreiten und welche Modelle sich besonders bewähren, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Die ersten Zahlen machen aber bereits deutlich: Die gemeinschaftliche Nutzung von lokal produziertem Strom ist in der Schweiz bereits Realität. Gleichzeitig befinden sich weitere LEG in Planung oder Anmeldung. Entsprechend dürfte lokal produzierter Strom in den kommenden Monaten weiter an Bedeutung gewinnen.